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Abteilung August Peukert

Abteilung August Peukert

neugestaltete Abteilung  

Maler, Grafiker, Glasfenster- und Mosaikgestalter

Der 1912 in Großauheim geborene Maler, Graphiker, Glasfenster- und Mosaikgestalter August Peukert (1912–1986) zählt zu den wichtigsten im Hanauer Umkreis wirkenden Kunstschaffenden der Nachkriegszeit. Er schuf binnen fünf Jahrzehnten zahlreiche Gemälde und Grafiken mit Ansichten seiner Heimat sowie rund dreißig Großaufträge im sakralen und öffentlichen Raum. Der auch lokalpolitisch engagierte, gläubige und zeitkritische Künstler arbeitete stets an weltlichen wie auch an sakralen Themen und widmete sich als aufmerksamer Chronist den Ereignissen seiner Umgebung.  Die umfassend neugestaltete Abteilung bietet spannende Einblicke in Leben und Werk des vielseitigen Künstlers August Peukert. 

Besitz HGV GrA Im alten Atelier mit Carl Kronenberger 1948

HMH B2010.0265 APeukert Selbstportrait 1946

Vor 100 Jahren begann August Peukert seine Ausbildung an der Staatlichen Zeichenakademie und wirkte fortan in Großauheim, Hanau und dem Umland. Er verstarb 1986. Heute erinnert eine Straße in Großauheim an ihn.

Den 40. Todestag und den 100. Jahrestag des Ausbildungsbeginns nehmen die Städtischen Museen Hanau zum Anlass der Überarbeitung der Ausstellungssektion im Museum Großauheim. Präsentiert werden mehr als 40 Werke, darunter Gemälde, Grafiken, Mosaike und Fotografien von Kirchenfenstern des Künstlers, die die Vielseitigkeit und Breite seines Oeuvres zeigen. Drei digitale Stationen mit Einblicken zu Peukerts Werken im Stadtraum sowie ausgewählten Beständen von Zeichnungen und Gemälden aus der musealen Sammlung runden die Sektion ab.

 

Zur Person

August Peukert begann mit 14 Jahren seine Ausbildung an der Zeichenakademie. Er befasste sich 1926 bis 1929 mit Grafik, Schrift- und Buchschmuck sowie Plakatmalerei. Kaum volljährig gründete er zusammen mit einem Freund ein Atelier in Frankfurt. Kurze Zeit später kehrte er nach Großauheim zurück und begann seinen eigenen Stil zu entwickeln. Seine frühen Werke – Stillleben, Landschaften, Porträts – zeigen nicht nur die Schönheit der Umgebung, sondern auch seine kritische Auseinandersetzung mit Industrialisierung und sozialer Not. Während des Nationalsozialismus präsentierte Peukert zwischen 1937 und 1944 seine Werke auf verschiedenen Ausstellungen in Hanau, Offenbach, Frankfurt sowie auf Gauausstellungen in Frankfurt und auf den sogenannten "Großen Deutschen Kunstausstellungen" in München. 1940 wurde er als Soldat eingezogen und verbrachte vier Jahre des Zweiten Weltkriegs in einer Kartenstelle in Norwegen. Dort entstanden Landschaften, Hafenmotive und Szenen des Alltags. 

In den Wiederaufbaujahren erhielt Peukert zahlreiche Aufträge zur Wiederherstellung zerstörter Kirchenfenster – allein über dreißig Großaufträge in Hessen. Schon seit den 1930er Jahren hatte ihn die Farbwirkung von Glas fasziniert. Seine beeindruckenden Kirchenfenster finden sich etwa in der Friedenskirche Kesselstadt, in St. Paul Großauheim oder in St. Nikolaus in Steinheim. Reliefartige, farbenprächtige und lebendige Mosaike erweiterten Peukerts Ausdrucksmöglichkeiten. Sie reichen von wandfüllenden Altarmosaiken in Kirchen bis zu kleineren Arbeiten in Schulen oder seinem eigenen Wohnhaus. Neben Glas und Mosaik erschloss er sich in den 1950er und 60er Jahren die Technik des Sgraffito – großflächige Fassadenmalerei durch geschicktes Freilegen farbiger Mörtelschichten. In seinen Zeichnungen mit Kohle, Bleistift oder Pastellkreide fing er die Welt ungeschönt und direkt ein. Er thematisierte soziale Probleme, etwa die Not der Arbeitslosen in der Weltwirtschaftskrise. Nach 1945 dokumentierte er die Folgen von Krieg und Zerstörung in der Serie "Deutsche Katastrophe 1933 und 1945–51". Diese Arbeiten wurden 1956 in die Akademie der Künste Berlin aufgenommen.

August Peukert wirkte als politisch engagierter Bürger als Stadtverordneter in Großauheim. Zudem setzte er sich für andere Kunstschaffende ein und drückte seine politischen Überzeugungen in Werken wie "Große Koalition", "Engel zertreten die Atomflamme" oder "Flammender Protest" aus.

 

Impressionen der Ausstellung

Impression aus der Ausstellung August Peukert

Impression aus der Ausstellung August Peukert

Impression aus der Ausstellung August Peukert

Impression aus der Ausstellung August Peukert

Impression aus der Ausstellung August Peukert

Impression aus der Ausstellung August Peukert

Impression aus der Ausstellung August Peukert

Impression aus der Ausstellung August Peukert

 

Impressionen der Eröffnung

Impression aus der Ausstellung August Peukert

Impression aus der Ausstellung August Peukert

Impression aus der Ausstellung August Peukert

Impression aus der Ausstellung August Peukert

  

Bitte beachten Sie: Das Museum Großauheim ist nur bedingt barrierefrei. Das Obergeschoss ist nur über eine Treppe zugänglich.

 

 Museum Großauheim

Sonntags 11–17 Uhr

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