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Denkmal für Graf Philipp Ludwig II.

Dieses Jahr feiern wir „425 Jahre Neustadt Hanau und Wallonisch-Niederländische Kirche Hanau“ (siehe Objekt der Woche 113).

Anlässlich des 300-jährigen Bestehens von Neuhanau wurde am 1. Juni 1897 nach einem Festgottesdienst vormittags um 9 ½ Uhr das Philipp Ludwig-Denkmal auf der Französischen Allee eingeweiht. Stifter waren Wallonische und Niederländische Gemeinde 1893, Max Wiese (Danzig 1846 – 1925 Neuruppin) hat es nach Vorlage eines zeitgenössischen Porträts von Jean Jenet geschaffen. Der Bildhauer kam 1884 aus Berlin an die Königlich-Preußische Zeichenakademie Hanau und war 1887 bis 1905 deren Direktor. Sehr bekannt sind seine Denkmäler für Karl Friedrich Schinkel und Theodor Fontane in Neuruppin. Wieses Siegerentwurf für das Brüder Grimm-Nationaldenkmal wurde 1896 nicht realisiert, da der Sohn Wilhelm Grimms, Herman, sich für den Drittplatzierten Professor Syrius Eberle / München aussprach.

Die Bronzebüste von Philipp Ludwig II. hat den Zweiten Weltkrieg glücklicherweise überstanden, war nach dem Inferno von 1945 auf Wanderschaft durch Hanau, wurde dann provisorisch im Innenhof der Wallonischen Kirche und ab 1963 auf einem Travertinsockel an der Kirchenmauer montiert worden. 1988 erfolgte mit Hilfe der Gemeinnützigen Stiftung der Stadtsparkasse und Landesleihbank Hanau (heute Stiftung der Sparkasse Hanau) eine grundlegende Renovierung auf rotem Granit. Mit der neuen Platzgestaltung 2020 und der Errichtung des Kunstwerks „Neustadtplan“ von Claus Bury ist das historistisch-nachempfundene Ziergitter um das Denkmal entfernt worden, um den Grafen näher bei den Menschen zu haben.

Unterhalb der Büste sind das Wappen von Hanau-Münzenberg und eine Reliefplatte angebracht, die die historisierende Übergabe der Kirchenschlüssel an Philipp Ludwig und seine Gemahlin Catharina Belgia 1608 zeigt. Als Vorbilder für die Gestaltung der 28-teiligen Personengruppe auf der Bronzetafel dienten Mitglieder der beiden Konsistorien und Prinzessin Sybille von Hessen. Max Wiese hat sich auch porträtiert – als Graf höchstselbst… Die Realisierung des Denkmals kostete damals 11.935 Mark.

Dem Vorbild von 1897 folgend wurde zum 425-jährigen Jubiläum am 1. Juni 2022 nach einem abendlichen Festgottesdienst vom Magistrat der Stadt Hanau, dem Konsistorium der Wallonisch-Niederländischen Kirche und den am Gottesdienst beteiligten Pfarrern ein Kranz am Philipp Ludwig-Denkmal niedergelegt. An der nahen Kirchenmauer informieren sog. „Grüne Tafeln“ in Wort und Bild über die Vita des Grafen und den Kirchenbau.

 

Kranz01062022Abbildung: Philipp Ludwig-Denkmal an der Französischen Allee, 2. Juni 2022
(© Fachbereich Kultur der Stadt Hanau, Martin Hoppe)