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Kesselstädter Campanile

Er ist als „Point de vue“ von Straße, Grün und Wasser aus gut zu sehen und schmückt seit annähernd 150 Jahren das Kesselstädter Panorama: der Wasserspeicher mit eisernen Behältern, der 1878 für die Unterhaltung der Fontänen im Schlosspark und Brauchwasser in der Küche von Philippsruhe errichtet wurde. Architekt Richard Dielmann (1848-1923) aus Frankfurt konzipierte ihn im Stil oberitalienischer Campanile. Passend zum Ausbau des Schlosses 1875 bis 1880 unter Landgraf Friedrich Wilhelm und seiner Frau Anna, einer geborenen Prinzessin von Preußen, die dem Historismus frönten.

Der mit ockerfarbenen Ziegeln verblendete Funktionsbau misst 42 Meter. Über dem Kranzgesims mit Treppenkonstruktion führt ein flaches Pyramidendach zu einem balusterförmigen Blitzableiter samt bekrönender Kugel. Alle Ausbauten am und im Schloss fanden damals unter modernsten Gesichtspunkten statt. So entstand auch ein direkt am Wasserturm stehendes Maschinenhaus mit Brunnen und Turbine für den "Betrieb der Elektrischen Beleuchtungsanlage seiner Königlichen Hoheit". Im Schloss konnte sich mit Hilfe einer Telefonleitung bei Aufführungen der Oper Frankfurt zugeschaltet werden.

In den 1970er Jahren war zeitweise angedacht, den Turm wegen Baufälligkeit niederzulegen. Massive Proteste aus der Bürgerschaft führten zur Investition von rd. 80.000 Euro und damit zum Erhalt des Kulturdenkmals.    

  

Text: Martin Hoppe 

Wasserturm Martin Hoppe

Kesselstädter Campanile 2026 (copyright: Fachbereich Kultur der Stadt Hanau, Aufnahme: Martin Hoppe)

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