Hanauer kreuz
In der Großauheimer Gemarkung standen einst 10 Flurkreuze, die Stationen bei Prozessionen bildeten. Die Feldmale zur inneren Einkehr und religiösen Erbauung wurden überwiegend von Familien gestiftet, die etwas "auf sich hielten".
Am Tag der Deutschen Einheit konnte an der Hanauer Landstraße/Ecke Wolfgangstraße ein restaurierter Sandstein der Öffentlichkeit präsentiert werden, der ehedem im Unterfeld Richtung Hanau stand (heute etwa Rodgaustraße/Höhe Blumen Risse), deshalb „Hanauer Kreuz“.
Auf dem Säulenschaft steht geschrieben: "Zu Ehren Gottes had Nikolaus Spiegel und desen Ehefrau Barbara dies Bildnis aufrichde lasen 1741 - Gott die Ehre". Nikolaus Spiegel wurde 1704 geboren, heiratete am 3.11.1724 Maria Barbara Hase und war Zehntverwalter in Großauheim. Die Kinderzahl der beiden ist nicht bekannt, aber dass sie 5 Mädchen und Jungen im Alter zwischen 1 Monat und 8 Jahren durch die damals hohe Kindersterblichkeit verloren. Im Jahr der Aufstellung des Kreuzes verschied auch ihr Schwieger-/Vater Ignatius Spiegel.
Die Quellen berichten, dass der Bildstock bereits 1790 beschädigt war und wieder aufgerichtet werden musste, 1837 wechselte er wegen des Chaussee-Baus auf die andere Straßenseite. 1878 kam ein steinernes Aufsatzkreuz und nach der Jahrhundertwende ein umlaufendes eisernes Gitter hinzu. Nach 1919 wurde der Stein zerstört, die Reste konnten glücklicherweise in die Sammlung des Großauheimer Geschichtsvereins überführt werden.
Der Verein engagierte sich nun sehr für die Wiederherrichtung des völlig verwitterten Kleindenkmals mit Hilfe der Stiftung der Sparkasse Hanau und privater Spenden.
Bildhauer und Steinmetz Cemal Uran arbeitete das Kopfstück mit der um Jesus trauernden Maria (Pieta) im barocken Rahmen von Zierrändern und Voluten neu nach. Die Firma Hauenstein richtete das rd. 320 kg wiegende und 240 cm hohe Kunstwerk auf. Auf dass es lange stehen bleibt!
Text: Martin Hoppe

„Hanauer Kreuz“ von 1741 (Foto: Fachbereich Kultur der Stadt Hanau, Aufnahme: Martin Hoppe)




