Flurkreuz
In der Großauheimer Gemarkung standen einst 10 Flurkreuze. Die sog. Feldmale zur inneren Einkehr und religiösen Erbauung wurden von Familien gestiftet, die etwas "auf sich hielten".
Gestern wurde an der Hanauer Landstraße/Ecke Wolfgangstraße ein Sandstein der Öffentlichkeit präsentiert, der ehedem an der Rodgaustraße/Höhe Blumen Risse stand. Errichten ließ ihn das Ehepaar Spiegel, Zehntverwalter in Großauheim. Auf dem Säulenschaft steht geschrieben: "Zu Ehren Gottes had Nikolaus Spiegel und desen Ehefrau Barbara dies Bildnis aufrichde lasen 1741 - Gott die Ehre".
Die Quellen berichten, dass der Bildstock bereits 1790 umgefallen war und wieder aufgerichtet werden musste. 1837 war die Verlegung der Chaussee Ursache für einen Wechsel auf die andere Seite. 1878 kam ein steinernes Aufsatzkreuz und nach der Jahrhundertwende ein umlaufendes eisernes Geländer hinzu. Nach 1919 wurde der Stein zerstört, die Reste konnten glücklicherweise in die Sammlung des Großauheimer Geschichtsvereins überführt werden.
Der Verein engagierte sich nun sehr für die Wiederherrichtung des völlig verwitterten Kleindenkmals mit Hilfe der Stiftung der Sparkasse Hanau und privater Spenden. Bildhauer und Steinmetz Cemal Uran arbeitete das Kopfstück mit der um Jesus trauernden Maria im barocken Rahmen von Zierrändern und Voluten neu nach. Die Fa. Hauenstein/Hanau richtete das rd. 320 kg wiegende und 240 cm hohe Kunstwerk auf. Auf dass es lange stehen bleibt!
Text: Martin Hoppe

Großauheimer Flurkreuz von 1741 (Foto: Fachbereich Kultur der Stadt Hanau, Aufnahme: Martin Hoppe)




