Papiertheatermuseum im Schloss Philippsruhe
Save the date: Wiedereröffnung nach Umbau ab 30. Januar 2026
Endlich ist es soweit. Nach der jahrelangen Umbauphase hebt sich nun wieder der Vorhang im neugestalteten Papiertheatermuseum.
Hier entdeckt man die faszinierende Welt der kleinen Bühnen interaktiv und analog. Stimmungsvoll inszeniert in bezauberndem Theaterlicht.
Sechs Ausstellungsräume laden zu einem spannenden Rundgang ein. Besucherinnen und Besucher begeben sich auf eine Zeitreise von den Anfängen der Druckgrafik bis zum heutigen Papiertheater.
In einem gesonderten Theaterraum in der Ausstellung informiert ein Kurzfilm über das Wie und Was des Papiertheaters.
Denn wer hat denn schon selbst zu Hause mit einem solchen gespielt? Ist der „Fernseher“ vergangener Generationen nur eine nette Bastelarbeit, ein Kinderspielzeug oder warum ist das Papiertheaterspielen gar „Immaterielles Kulturerbe der UNESCO“?
Das Papiertheatermuseum ist seit 28. Januar 1990 - also seit genau 36 Jahren - fester Bestandteil des Historischen Museums Hanau Schloss Philippsruhe.
Ein Blick in die neue Ausstellung.
Papiertheater als europäisches Druck-Phänomen
Das Papiertheater entstand etwa zeitgleich um 1820 in Großbritannien, Österreich und Deutschland; später folgten Frankreich, Spanien und Dänemark. Vereinzelt ist es in weiteren Ländern nachzuweisen. Neben zahlreichen Kleinverlagen kristallisierten sich in Österreich und Deutschland bald Verleger von Massenproduktionen heraus. Auch aus Italien, der damaligenTschechoslowakei und den USA sind Papiertheater bekannt, ohne jedoch ähnliche Popularität wie in den übrigen Ländern zu erreichen.
Das Papiertheatermuseum präsentiert eine Vielzahl an europäischen Bühnen. Eines der ältesten gedruckten Theater ist das sogenannten „NEPTUNE THEATER“ von John Redington (1819–1876), London aus dem Jahr 1860.
Das Repertoire der kleinen Bühnen spiegelte im 19. Jahrhundert das Aufführungsprogramm der großen Bühnen wider: klassische Schauspiele, berühmte Opern sowie Dramen, Tragödien, Romanzen und Komödien. Jedes europäische Land hatte seine Lieblingsstücke.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts fand das Papiertheater seinen Einzug in die Kinderzimmer. Die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm als didaktisches Mittel der bürgerlichen Erziehung schlugen sich in den Verlagsprogrammen nieder. Aus dem Theater von Erwachsenen für Erwachsene bzw. von Erwachsenen für Kinder wurde schließlich ein Kinderspielzeug, das auch Kinder- oder Puppentheater genannt wurde. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs druckten nur noch wenige europäische Verlage Bilderbögen mit Papiertheatermotiven. Einzig in Großbritannien und in Dänemark blieb die Verlags- und Spieltradition lebendig. Eine weitere Ausnahme bildet der spanische Verlag Seix y Barral (1911–1953) mit seinem „Teatro de los niños“ (Kindertheater). Die nächste Zäsur bildete der Zweite Weltkrieg. Von einem Neubeginn des Papiertheaters in Deutschland, gar einer „Papiertheater-Renaissance“, kann man ab den 1960er Jahren sprechen. Der Darmstädter Lehrer Walter Röhler (1911–1974) veröffentlichte 1963 sein Buch „Große Liebe zu kleinen Theatern“. Von Walter Röhler stammt die Bezeichnung „Papiertheater“.
36 Jahre Tradition: Papiertheatermuseum Hanau
In Hanau führte unter anderem diese „Liebe zu kleinen Theatern“ 1990 zur Gründung des ersten und einzigen Papiertheatermuseums auf deutschem Boden. 1992 folgte die Gründung des Vereins „Forum Papiertheater Schloss Philippsruhe e.V.“, welcher das Museum betreute und bis heute tatkräftig unterstützt. Die ehrenamtlich tätigen Mitglieder organisierten Papiertheateraufführungen und kuratierten die wechselnden Ausstellungen. Hier sind vor allem der Kunstpädagoge, Papiertheaterspieler und -sammler Helmut Wurz (*1944), der Rechtsanwalt und Papiertheatersammler Dietger Dröse (1939–2021) und der Papiertheaterspieler und -sammler Rüdiger Koch (1967–2023) zu nennen. Der Verein ist deutschlandweit aktiv.
Papiertheater-programm
Bleiben Sie gespannt auf das kommende Gastspielprogramm. Die aktuellen Termine finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.
Urkundenverleihung Immaterielles Kulturerbe
... an die Vertreter des Vereins Forum Papiertheater Schloss Philippsruhe e.V..
Fotos: © Deutsche UNESCO-Kommission – Bettina Engel-Albustin
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