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Theaterzettel „Sneewittchen und die 7 Zwerge“

Die Saison der Brüder Grimm Festspiele läuft noch bis Mitte Juli. Lassen Sie sich von inspirierenden Aufführungen überraschen!

Nur wenige jüngere Hanauerinnen und Hanauer wissen, dass es in unserer Stadt einst zwei eigene Theaterbauten gab: Unter Erbprinz Wilhelm von Hessen wurde nach Schleifung der Festungsanlagen zwischen Alt- und Neustadt Ende des 18. Jahrhunderts das Stadttheater erbaut. Es ging leider im Bombenhagel des 19. März 1945 unter, heute steht dort das Ypsilon-Haus am Freiheitsplatz. Im Wilhelmsbad errichtete der gleiche Architekt, Franz Ludwig von Cancrin, ein Scheunentheater, das heutige Comoedienhaus.

Auf der Innenstadtbühne wurden kleine und große Dramen, Operetten und Schauspiele mit eigenem Ensemble gegeben. Auch Kindervorstellungen. Dank der Stiftung der Sparkasse konnte die Stadt Hanau letztes Jahr eine bemerkenswerte Sammlung an Theaterzetteln aus dem beginnenden 20. Jahrhundert erwerben, die nun im Stadtarchiv aufbewahrt wird. Darunter findet sich auch der Hinweis auf die Märchenaufführung „Sneewittchen und die 7 Zwerge“. Die Urfassung der Grimm´schen Kinder- und Hausmärchensammlung sprach in der Tat von „Sneewittchen“, nicht Schneewittchen.

Das Märchenspiel am Sonntag, 12. März 1905, dauerte von ½ 4 = 15:30 Uhr ganze zwei (!) Stunden. Keine Ahnung, wie dies die kleinen Besucherinnen und Besucher so lange ausgehalten haben… Die 8 Bilder zählende Aufführung wurde von 10 Schauspielerinnen und Schauspielern auf die Bühne gebracht. Der teuerste Platz in der Loge (halber Preis) kostete 1,80 Mark, in der Galerie zahlte man 0,25 Pfennige.

 

Photo 117Abbildung: Theaterzettel „Sneewittchen und die 7 Zwerge“, Stadttheater Hanau, 1905
(© Fachbereich Kultur der Stadt Hanau, Stadtarchiv)