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Hans Sachs von Willi Staab

Am Schlossplatz wurde Ende des vergangenen Jahres das „Hans Sachs-Haus“ abgerissen, um Platz für einen notwendigen Erweiterungsbau der Karl-Rehbein-Schule zu bauen. Das ehemalige “Haus des Handwerks” wurde 1959 anstelle von Altstadthäusern errichtet, die bei den alliierten Luftangriffen 1945 untergingen. Voller Stolz zogen damals die Innungen in das Gebäude ein und wählten den Schuhmacher, Dichter und Meistersinger der Handwerkszünfte Sachs (* 1494 in Nürnberg) zu ihrem Hauspatron. Sein Todestag jährte sich am 19. Januar zum 450. Mal.
In dem Gebäude befanden sich neben Büroräumen auch ein Sitzungssal für rund 140 Personen und im Parterre die Gaststätte “Hans-Sachs-Stuben”. Ab den 1980er Jahren war es Sitz des Kulturamts mit Töpferwerkstatt der VHS im Untergeschoss, dann des Sportamts, des Städtischen Veranstaltungsbüros und der Hanau Marketing GmbH.

Das Relief hatte zur Eröffnung Willi Stab (1904-1961) an die Wand gebracht. Ab 1920 studierte er bei Reinhold Ewald an der Hanauer Zeichenakademie, war aber wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage bald als Plakat- und Schriftenmaler tätig. Mit seinem Freund Heinrich / Heiner Wolf gründete er Anfang der 1930er Jahre die Firma Wosta (die Anfangsbuchstaben von Wolf und Staab). Beide führten Werbegrafik aus und stellten Kinoplakate her. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Staab wieder als Grafiker tätig und entwarf u. a. Werbung für die Nicolay-Brauerei. Beim Malerbetrieb Geibel in Kesselstadt kümmerte er sich um Fassadenmalerei. Bekannt sind seine Skizzen, Zeichnungen und Ölgemälde mit Schiffsmotiven am Main, Landschaftsbilder und Ortsansichten. 1952 gründete er den Künstlerbund Simplicius Hanau mit.

Staab war nicht sehr groß, sein Kompagnon Heinrich Wolf hochgewachsen. So wurden die beiden von alten Hanauern liebevoll „de lange Wolf und des Stäbche“ genannt.

Text: Martin Hoppe

 

Hans Sachs, Wandarbeit von Willi Staab, Haus des Handwerks vor dem Abriss 2025Hans Sachs, Wandarbeit von Willi Staab, Haus des Handwerks vor dem Abriss 2025 (© Fachbereich Kultur der Stadt Hanau, Foto: Martin Hoppe)