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#316

10 Jahre Märchenpfad

Wie die Zeit vergeht! Schon seit 10 Jahren existiert der Hanauer Märchenpfad. An 11 Stationen werden die „Hanauer Märchen“, die die Brüder Grimm überwiegend von Marie Hassenpflug (#OdW3) erzählt bekamen, interpretiert. Die Künstlerinnen und Künstler der hochwertigen Bronze- und Steinskulpturen wurden durch einen nationalen Wettbewerb und ein Bürgervotum ermittelt. Finanzielle Patenschaften halfen bei der Realisierung. 

Der Pfad führt vom Schlossgarten (Die sechs Schwäne und ihre Schwester, Albrecht Glenz), über den Schlossplatz (König Drosselbart, Hatto und Christoph Zeidler), Altstädter Markt (Der Teufel mit den drei goldenen Haaren, Wilhelm Zimmer), Freiheitsplatz (Däumerlings Wanderschaft, Wilhelm Zimmer), Fahrstraße / Langstraße (Der gestiefelte Kater, Martin Hardt), Salzstraße (Tischlein deck Dich, Hatto und Christoph Zeidler), Rosenstraße (Dornröschen, Annegret Kon und Dietrich Heller), Am Markt / Kölnische Straße (Der goldene Schlüssel, Ralf Ehmann), Französische Allee (Rotkäppchen und der Wolf, Gerold Jäggle), Am Markt / Hammerstraße (Schneewittchen, Theophil Steinbrenner) bis zum Freiheitsplatz / Hammerstraße (Brüderchen und Schwesterchen, Annegret Kon und Dietrich Heller).

Siehe Hanauer Märchenpfad

Auch dieses Jahr bietet der ehrenamtlich tätige Hanauer Märchenerzählkreis Führungen entlang der Route durch die Innenstadt an. Die erste Etappe fand am 19.4. statt, es folgen zwei weitere am 26. April und 3. Mai, Beginn ist jeweils um 14 Uhr. Die Teilnahme ist Dank der Brüder Grimm-Stiftung der Sparkasse kostenfrei.

Nähere Informationen unter: Märchenerzählkreis Hanau

 

Das kürzeste aller Grimm´schen Märchen, Der goldene  Schlüssel, sei an dieser Stelle wiedergegeben. Es führt die Nr. 200 der Grimm´schen Kinder- und Hausmärchensammlung von 1815 und wird als Vexiermärchen = ein Neckmärchen bezeichnet, das die Erwartungen der Zuhörenden auf die Probe stellt. Auf der im Hanau-Laden und an der Museumskasse von Schloss Philippsruhe erhältlichen Märchen-CD mit den von Prominenten eingesprochenen Texten der „Hanauer Märchen“, ist hierzu die Stimme von OB Claus Kaminsky zu hören:

Zur Winterszeit, als einmal ein tiefer Schnee lag, mußte ein armer Junge hinausgehen und Holz auf einem Schlitten holen. Wie er es nun zusammengesucht und aufgeladen hatte, wollte er, weil er so erfroren war, noch nicht nach Haus gehen, sondern erst Feuer anmachen und sich ein bischen wärmen. Da scharrte er den Schnee weg, und wie er so den Erdboden aufräumte, fand er einen kleinen goldenen Schlüssel. Nun glaubte er wo der Schlüssel wäre, müßte auch das Schloß dazu sein, grub in der Erde und fand ein eisernes Kästchen. 'Wenn der Schlüssel nur paßt!' dachte er, 'es sind gewiß kostbare Sachen in dem Kästchen.' Er suchte, aber es war kein Schlüsselloch da, endlich entdeckte er eins, aber so klein, daß man es kaum sehen konnte. Er probierte und der Schlüssel paßte glücklich. Da drehte er einmal herum, und nun müssen wir warten bis er vollends aufgeschlossen und den Deckel aufgemacht hat, dann werden wir erfahren was für wunderbare Sachen in dem Kästchen lagen.

Text: Martin Hoppe

  

Der goldene Schlüssel, Skulptur von Ralf Ehmann, 2016 Fachbereich Kultur der Stadt Hanau, Aufnahme: Martin Hoppe)