Flusspferd
Petra, die Flusspferddame im Frankfurter Zoo, feierte dieser Tage ihren 50. Geburtstag. Auch wir gratulieren dem rd. 3 Tonnen schweren Koloss nachträglich sehr herzlich mit einem Plakat einer Artgenossin oder eines Artgenossen, gestaltet von dem Hanauer Maler Koch-Honnef 1910. Es ist als Reproduktion im Historischen Museum Hanau Schloss Philippsruhe in der Abteilung „Moderne Zeiten“ zu sehen.
Paul Koch wurde am 30.12.1865 in Barmen geboren und starb am 5.7.1943 in Bad Honnef. Der Maler und Lithograf ist für seine Landschaftsbilder und Porträts, aber auch Plakate wie Buchzeichen bekannt. Seit 1892 war er an der städtischen II. Handwerkerschule Berlin im Fachzeichnen für Lithografie tätig. 1903 wurde er zum Lehrer für Figurenmodellieren und Aktzeichnen, 1922 zum Professor an die Hanauer Zeichenakademie berufen. 1923 folgte die Heirat mit der Sprachenübersetzerin Anna Klara Seeger aus Hanau.
Da sich ein zweiter Koch, Ludwig, als Maler profilierte und um Verwechslungen zu entgehen, fügte Paul kurzerhand seinen Heimatort Bad Honnef dem Familiennamen zu: Koch-Honnef. Ludwig Koch nannte sich Koch-Hanau, zumal dieser in Hanau 1882 geboren wurde und auch hier 1963 starb. Kritiker würdigten Paul Koch-Honnef als „Der Meister mit den fühlenden Augen“ - trotzdem gilt er als fast vergessen. Wir widersetzen uns natürlich diesem Eindruck.
Das Plakat mit dem grüßenden Hippopotamus wurde von Lechleder und Stroh in Hanau/Frankfurt am Main gedruckt. Die Kunstanstalt ist u. a. mit Postkarten und Werbung für Weck-Einmachgläser bekannt geworden.
Text: Martin Hoppe

Plakat mit Nilpferd für den Zoologischen Garten Frankfurt von Paul Koch-Honnef, 1910 (© Städtische Museen Hanau, Foto: Martin Hoppe)




