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#319

Ampelmännchen

 Letzte Woche starteten die 42. Brüder Grimm Festspiele Hanau famos mit der Welturaufführung von „Tischlein deck Dich“. Den Weg zum Amphitheater weisen am Fußgängerübergang Landstraße zwei Ampelmännchen in Form der stehenden (rot) und laufenden (grün) Jacob und Wilhelm Grimm. Auch in der Innenstadt am Kulturforum Höhe Marktstraße auf dem Märchenpfad und vor Schloss Philippsruhe mit dem GrimmsMärchenReich regeln die charmanten Figuren den Personenverkehr.

Die Idee des Autors, Ampelmännchen auch in Hanau zu realisieren, setzte der bekannte Comic-Künstler Rautie / Michael Rautenberg 2019 gekonnt um. Für die Symbole war ein umfangreicher Behördenlauf nötig: Straßenverkehrsbehörde, Verkehrsplanung, Polizeidirektion, AG Verkehr, Fachbereich Kultur, Regierungspräsidium und Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen prüften den Antrag. Die Hanau-Netz GmbH besorgte entsprechende Folien und Lichttests ergaben die Unbedenklichkeit. Nachdem die Zustimmung aller Beteiligten vorlag, dass „andere“ Ampelfiguren möglich sind, konnten Stadtrat Thomas Morlock und Oberbürgermeister Claus Kaminsky als zuständige Dezernenten sogenannte „Verkehrsrechtliche Anordnungen gemäß § 45 Abs. 1 bis 3 der Straßenverkehrsordnung (StVO)“ mit Inhalt „Änderung der Sinnbilder von Fußgänger-Lichtsignalanlagen“ anordnen. So sind die in Hanau geborenen Grimms - in der seit 20 Jahren offiziell firmierenden Brüder-Grimm-Stadt - als kleine Kunst im öffentlichen Raum präsent, die Identität stiftet.

Andernorts sind ebenso Ampelfiguren üblich: Karl Marx in Trier, die Mainzelmännchen in Mainz, der Rattenfänger in Hameln, Martin Luther in Worms, Die Bremer Stadtmusikanten und Otto in Bremen, Elvis Presley in Bad Nauheim und Friedberg. Es gibt natürlich auch „Ampelfrauen“, etwa in Köln, Kassel und Dresden.

Text: Martin Hoppe

 

Die Grimms als Hanauer Ampelmännchen

 

Die Grimms als Hanauer Ampelmännchen (© Medienzentrum Hanau / Bildarchiv)