bürgerpoet
Zum 325. Objekt der Woche lenken wir unseren Blick wieder einmal nach Steinheim. Letzte Woche beim Johannisfeuer und Altstadtfest haben tausende Menschen friedlich gefeiert – und sind wohl eher unbemerkt in der Harmoniestraße 3 an einer imposanten Gedenktafel vorbeigeschlendert. Sie wurde von dem Grafiker, Maler und singenden Poet Jaques Oerter vor 10 Jahren als Äppelwoiglas mit Deckelchen gestaltet.
Gewidmet ist die Erinnerung dem „Steinheimer Karnevalskönig“ Emil Würth, der am 19. April 1903 geboren wurde und just an seinem 79. Geburtstag 1982 verstarb. Den ersten Auftritt als Büttenstar absolvierte Würth in der „Wildente“ in Dietesheim, sein Heimatclub war seit 1923 der „Fidelio“ und später die 1. SKG. Noch heute legendär sind seine Vorträge über das „Bandwurmabsaugegerät“, „Die Kalbsbrust“ oder „Mei Staanem“. 1981 konnte er noch mit dem Stadtorden, der höchsten Hanauer Auszeichnung im Fasching, geehrt werden.
Auf der Tafel steht geschrieben: Beseelt ging er von der Vorstadt durch die Gassen der Steinheimer Altstadt und runter zum Main: … vor´m Staanemer Schloss eine Verbeugung er macht, des is doch garnet sei Art, un sei Welle, die plätschern ganz heimlich und sacht – und der Maa brummt ganz leis in sein Bart: Staanem, moi Staanem was biste doch so schee. Er schenkte uns mit seinen Versen Heimatgefühl. Danke Emil! Darunter folgen die Namen der Patinnen und Paten, die die Tafel ermöglicht haben.
Text: Martin Hoppe

Gedenktafel für Emil Würth, 2016 (copyright: Fachbereich Kultur der Stadt Hanau, Aufnahme: Martin Hoppe)




